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Bewertung der Süd-Nord-Anträge

Prüfschema für den zweiten Zyklus

Die Bewerbungen der Aufnahmeorganisationen zur Teilnahme an der Süd-Nord-Komponente werden in der Koordinierungsstelle weltwärts geprüft. Dabei wird insbesondere auf die Umsetzung der im Süd-Nord-Konzept definierten Kriterien in Bezug auf Partnerorganisationen, Einsatzstellen und Freiwillige sowie auf die Erfüllung der formalen Vorgaben geachtet. Besonderes Augenmerk wird auf einen entwicklungspolitischen Bezug im Freiwilligendienst gelegt.

Um die Bewertung der Anträge für die Süd-Nord-Komponente transparenter zu gestalten, wurde für den zweiten Zyklus ein neues Prüfschema entwickelt. Die einzelnen Themenblöcke wurden dabei mit Prüffragen hinterlegt und verschieden gewichtet. Die jeweilige Gewichtung der Themenblöcke ergibt sich aus dem Anspruch eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes und der Unterscheidung zu anderen Incoming-Programmen. Für den dritten Zyklus der Pilotphase kann das Prüfschema gegebenenfalls weiter angepasst werden. Lesen Sie hier, wie die Anträge geprüft werden.

Generelle Voraussetzungen

Hier wird geprüft, ob die Organisation folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • Gibt es in der entsendenden Partnerorganisation (Entsendeorganisation) feste Ansprechpersonen für die Freiwilligen
  • Gibt es in der Einsatzstelle eine feste Person, die die Freiwilligen anleitet?
  • Werden im Herkunftsland Sprachkurse angeboten und wird der Spracherwerb in Deutschland sichergestellt?
  • Gibt es in der Aufnahmeorganisation feste Ansprechpersonen für die Freiwilligen?
  • Haben die Freiwilligen einen Mentor oder eine Mentorin, der bzw. die nicht aus der Einsatzstelle stammt?
  • Sind 25 Seminartage einschließlich des Seminars zur politischen Bildung vorgesehen?

Themenblock: Aufnahmeorganisationen (15 Punkte)

Dieser Themenblock dient in erster Linie dazu, die Durchführungskapazitäten der Antrag stellenden Organisation einzuschätzen. Hier werden beispielsweise die personellen und finanziellen Ressourcen geprüft, sowie die Erfahrungen, die die Organisation bereits mit Incoming- oder Inlandsfreiwilligendiensten gemacht hat. Um Organisationen, die sehr klein sind oder noch wenig Erfahrung mit Incoming- oder Inlandsfreiwilligendiensten haben, nicht zu stark zu benachteiligen, wird dieser Themenblock nur wenig gewichtet.

Themenblock: Einsatzstellen (30 Punkte)

Die Auswahl und Vorbereitung geeigneter Einsatzstellen trägt maßgeblich zum Erfolg des Dienstes und der Zufriedenheit der Freiwilligen bei. Auswahl, Vorbereitung und Begleitung der Einsatzstellen oder erste Vorüberlegungen dazu sowie gegebenenfalls trägereigene Einsatzstellen-Kriterien, sollen im Konzept beschrieben sein. Der Charakter eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes soll hierbei zum Tragen kommen. Die vorläufige Auswahl von Einsatzstellen verdeutlicht, wie die jeweilige Aufnahmeorganisation ihr jeweiliges Konzept umzusetzen gedenkt.

Themenblock: Partnerorganisationen (40 Punkte)

Die Süd-Nord-Komponente soll dazu beitragen, dass Partnerschaften gestärkt und ausgebaut werden und die Partnerperspektiven in großem Maße berücksichtigt werden. Daher wird die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen hoch gewichtet.

Geprüft wird die Beteiligung der Partnerorganisationen in der Programmkomponente: Werden Partnerorganisationen bei der Konzeption der Süd-Nord-Komponente inhaltlich mit einbezogen? Werden Perspektiven der Partnerorganisationen sichtbar? Übernehmen die Partnerorganisationen eigenverantwortlich die im Konzept definierten Aufgaben oder wird sichtbar, wie die Aufnahmeorganisation sie dabei unterstützt, mehr Aufgaben eigenverantwortlich zu übernehmen?

Themenblock: fachlich-pädagogische Begleitung (65 Punkte)

Der entwicklungspolitische Rahmen des Freiwilligendienstes kann insbesondere durch die fachlich-pädagogische Begleitung sichergestellt werden. Sie wird daher mit 65 Punkten sehr hoch gewichtet. Geprüft werden alle Aspekte rund um die Gestaltung der Seminare in Deutschland sowie der Vor- und Nachbereitungsseminare im Herkunftsland. Auch Auswahl- und Bewerbungsprozess werden berücksichtigt. Darüber hinaus werden die Vernetzung der Freiwilligen untereinander und die Integration der Freiwilligen in ein soziales Umfeld geprüft sowie die Möglichkeiten des Engagements nach der Rückkehr.

Themenblock: entwicklungspolitischer Kontext (26 Punkte)

Dieser Themenblock umfasst diejenigen Aspekte , die nicht explizit die Durchführung betreffen. Hier geht es vielmehr darum, ob der Freiwilligendienst in einem entwicklungspolitischen Kontext konzipiert ist und ob die übergeordneten Ziele der Süd-Nord-Komponente durch den Freiwilligendienst erfüllt werden können. Dieser Themenblock wird mit 26 Punkten gewichtet.

Bewertung

Insgesamt können 176 Punkte erzielt werden. Um an der Süd-Nord-Komponente teilnehmen zu können, muss ein Antrag mindestens 110 Punkte erreichen. Zudem müssen in jedem einzelnen Themenblock mindestens 25 Prozent der maximal möglichen Punkte erzielt werden, um sicher zu stellen, dass jeder Themenblock berücksichtigt wurde.

Hat ein Antrag die Mindestpunktzahl erreicht, bemisst sich die Zahl der bewilligten Aufnahmen anteilig an der Höhe der erreichten Punkte. Ausnahme: Organisationen, deren Antrag mehr als 110, aber weniger als 130 Punkte erzielt hat, können maximal vier Freiwillige aufnehmen. Die betreffenden Organisationen erhalten eine detaillierte Rückmeldung zu ihrem Konzept und haben die Möglichkeit, zum nächsten Zyklus ein verbessertes Konzept einzureichen und somit ihre Aufnahmezahlen zu erhöhen.