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Fördermittel für Entsendungen beantragen

Bundesmittelantrag stellen

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Informationen zur Beantragung der Fördermittel für weltwärts-Entsendungen, zur Aufteilung der Ausgaben auf die verschiedenen Finanzplanpositionen sowie zur Erbringung des Eigenanteils.

Der Bundesmittelantrag

Wenn Ihre Organisation die Trägerprüfung erfolgreich durchlaufen hat, können Sie Fördermittel mit dem "Antrag auf Gewährung einer Bundeszuwendung im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramms weltwärts" oder kurz „Bundesmittelantrag“ beantragen. Dabei beantragen Sie die finanzielle Förderung für alle Freiwilligen, die Sie im nächsten Jahr entsenden möchten. Sie müssen zu diesem Zeitpunkt noch keine Freiwilligen ausgewählt haben. Im Bundesmittelantrag geben Sie lediglich die Anzahl der geplanten Entsendungen und die Summe der geplanten Einsatzmonate an. Hinzu kommen Angaben zur Kostenkalkulation und der Höhe der beantragten BMZ-Förderung. Die Gesamtausgaben werden im Bundesmittelantrag auf drei Finanzplanpositionen aufgeteilt:

  • Finanzplanposition 1: Kosten der fachlich-pädagogischen Begleitung
  • Finanzplanposition 2: Durchführungskosten
  • Finanzplanposition 3: Kosten der Gesundheitsvorsorge

Wichtiger Hinweis

Die finanzielle Förderung der weltwärts-Entsendungen aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kann mit Frist bis zum 30.09. für das jeweils nächste Jahr beantragt werden.

Der Förderzeitraum darf frühestens mit dem 1. Januar des Folgejahres beginnen und sollte spätestens sechs Monate nach Rückkehr der letzten Freiwilligen enden.

Da die meisten Freiwilligeneinsätze über einen Jahreswechsel hinweg verlaufen, die Haushaltsplanung des Bundes jedoch jährlich verläuft, müssen Sie die beantragte Förderung auf die Haushaltsjahre aufteilen.

Beispiel

  • Planen Sie zum Beispiel für Sommer 2018 zehn Freiwillige für jeweils zwölf Monate zu entsenden, müssen Sie dafür bis zu 30.09.2017 einen Bundesmittelantrag stellen. Darin beantragen Sie zehn Freiwillige und 120 Einsatzmonate.
  • Anschließend kalkulieren Sie die Kosten und teilen diese auf die Ausgabenpositionen „Fachlich-pädagogische Begleitung“, „Durchführungskosten“ und "Gesundheitsvorsorge“ auf. Unter Einnahmen geben Sie die Höhe des Eigenanteils an. Zur Aufteilung der beantragten Zuwendung des BMZ auf die Haushaltsjahre überlegen Sie bitte genau, welche Kosten wann anfallen werden. Eine spätere Umverteilung ist in der Regel nicht möglich.
  • Nach Bewilligung des Bundesmittelantrags durch das BMZ erhalten Sie einen Weiterleitungsvertrag von Engagement Global. Diesen senden Sie unterschrieben zurück.
  • Jetzt können Sie mit der Maßnahme beginnen

Die BMZ-Förderung

Das BMZ fördert maximal 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Mindestens 25 Prozent muss die Entsendeorganisation selbst erbringen. Zusätzlich ist die Höhe der BMZ-Förderung gedeckelt. Das BMZ übernimmt maximal 620 Euro pro Person und Einsatzmonat, zuzüglich einer Förderung für Qualitätsarbeit und Gesundheitsvorsorge.

Die beantragte Förderung für die fachlich-pädagogische Begleitung und die Durchführung können frei auf die Positionen 1 und 2 verteilt werden. In diesen beiden Positionen können auch die Kosten der Qualitätsarbeit erfasst werden. Die Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge werden in der Kostenplanposition 3 ausgewiesen.

Förderung der Gesundheitsvorsorge

Die Finanzplanposition 3 umfasst die Ausgaben für die Auslandskrankenversicherung, spezifische und notwendige Impfungen, präventive Behandlung und Beratung, soweit diese Ausgaben nicht aus anderen Quellen abgedeckt werden. Diese Ausgaben können bis zu 100 Prozent gefördert werden. Jedoch darf die Förderung der drei Kostenpositionen insgesamt 75 Prozent der Gesamtausgaben nicht übersteigen. In begründeten Fällen kann eine zusätzliche Förderung zur Gewährleistung sozialer Teilhabe, insbesondere für Freiwillige mit Behinderung, in Höhe von bis zu 600 Euro pro Einsatzmonat zur Deckung von Mehrbedarfen bewilligt werden.

Förderung der Qualitätsarbeit

Aus der Förderung für Qualitätsarbeit können Sie seit dem Jahr 2017 die Mitgliedschaft in einem Qualitätsverbund sowie andere Ausgaben für die Qualitätsarbeit finanzieren. Sie wird bei den Finanzplanpositionen 1 und/oder 2 aufgeschlagen und erhöht den Förderhöchstsatz von 620 Euro pro Freiwilligenmonat für die Finanzplanpositionen 1 plus 2.

Die genaue Höhe Ihrer möglichen Förderung ergibt sich aus der Zahl der Freiwilligenmonate im Bundesmittelantrag.

Diese Tabelle stellt die Höhe der Förderung für die Qualitätsarbeit in Abhängigkeit von der Anzahl der Freiwilligenmonate dar.
für die Monate 1 - 12 für die Monate 13 - 300 für die Monate 301 - 1200 ab dem Monat 1201
maximal 30 Euro pro Monat maximal 17,50 Euro pro Monat maximal 5 Euro pro Monat maximal 3 Euro pro Monat

Um die Förderung zu beantragen geben Sie bei Punkt 3 des Bundesmittelantrags die Anzahl der Einsatzmonate im Partnerland sowie die Anzahl der zu entsendenden Freiwilligen an. Das Formular errechnet automatisch die mögliche Höhe der Förderung für die Qualitätsarbeit und gibt den Betrag aus, den Sie maximal in den Finanzplanpositionen 1 plus 2 beantragen dürfen.

Anträge für die Süd-Nord- und die Nord-Süd-Komponente werden unabhängig voneinander gestellt und berechnet. Konsortien berechnen die Höhe der Umlage für jeden Träger einzeln.

Förderung der Zertifizierungskosten

Zur Erstattung der Kosten können seit dem Jahr 2017 die Rechnungen der Zertifizierer sowie eine Kopie des Prüfzertifikats von der Entsendeorganisation bei Engagement Global eingereicht werden. Ausschlaggebend für die Höhe der Erstattung ist die Anzahl der Entsendungen der Organisation. Da die Zertifizierungskosten gesondert erstattet werden, sind sie im Bundesmittelantrag nicht aufzuführen.

Erstattungsschlüssel

Diese Tabelle stellt die Höhe der Förderung für die Zertifizierung in Abhängigkeit von der Anzahl der Freiwilligen dar.
bis 5 Freiwillige bis 30 Freiwillige bis 45 Freiwillige bis 60 Freiwillige bis 79 Freiwillige ab 80 Freiwillige
98 Prozent 95 Prozent 90 Prozent 85 Prozent 80 Prozent 75 Prozent

Organisationen mit mehr als zehn staatlich geförderten Freiwillige, von denen weniger als 50 Prozent über weltwärts gefördert werden, bilden eine Ausnahme. Hier ergibt sich die Erstattungshöhe aus der Summe des weltwärts-Sockelbetrags und den auf weltwärts entfallenden übrigen Anteil der Zertifizierungskosten, auf die dann der Erstattungsschlüssel angewendet wird.

Eigenanteil und Spenden

Bei einer Entsendung sind mindestens 25 Prozent der Gesamtausgaben vom Träger selbst zu übernehmen. Mit der Unterzeichnung des Weiterleitungsvertrages verpflichtet sich der Träger, diese Mittel gemäß des verbindlichen Finanzierungsplanes für die Erreichung des Förderzieles einzubringen.

Im Sinne der Förderleitlinie zur Umsetzung des Entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts darf der Träger von den Freiwilligen erwarten, sich angemessen für ihren Freiwilligendienst zu engagieren. Dies kann zum Beispiel über Informationsveranstaltungen in Schulen, Weihnachtsmarktstände oder über freiwillig aufzubauende Förderkreise erfolgen.

Die Obergrenze für die Spendenakquise durch Freiwillige wurde auf 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben festgesetzt. Das Einwerben von Spenden oder einer bestimmten Spendensumme darf nach wie vor jedoch ausdrücklich keine Bedingung für die Teilnahme an einem Freiwilligendienst sein. Mit dem weltwärts-Programm sollen auch junge Menschen aus sozio-ökonomisch schwachen Verhältnissen erreicht werden. Das Einwerben von Spenden durch Freiwillige darf nur auf freiwilliger Basis geschehen. Eine Spendenverpflichtung und auch jegliche Form von Druck stellen einen Verstoß gegen die Förderleitlinie des weltwärts-Programms dar.

Der Träger muss daher auf der Grundlage eines realistischen Finanzierungskonzepts arbeiten und ausbleibende oder in geringerem Umfang als erwartet eingehende Spenden im Zweifel ausgleichen können. Es liegt im Verantwortungsbereich des Trägers, über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen, um die Gesamtfinanzierung sicherstellen zu können.