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Freiwillige entsenden

Aufgaben der Entsendeorganisationen

Die Entsendeorganisationen schaffen gemeinsam mit den Partnern vor Ort Einsatzplätze im Aufnahmeland und bereiten Freiwillige auf ihren Einsatz vor. Nach der Rückkehr bieten sie weiterführende Engagamentmöglichkeiten an.

Die Entsendeorganisationen setzen das weltwärts-Programm um. Sie schaffen gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort geeignete Einsatzplätze für Freiwillige und treffen Vereinbarungen über die Durchführung und Finanzierung des Freiwilligendienstes. Sie wählen Bewerber und Bewerberinnen in Abstimmung mit der jeweiligen Partnerorganisation für den Freiwilligendienst aus und bereiten diese auf ihren Einsatz vor. Sie unterstützen Freiwillige bei der Organisation des Auslandsaufenthaltes und sorgen dafür, dass diese gültige Aufenthaltsgenehmigungen besitzen. Die Entsendeorganisationen gewährleisten Unterkunft, Verpflegung und Versicherungen. Während des Einsatzes sichern sie eine kontinuierliche Begleitung der Freiwilligen. Nach der Rückkehr unterstützen sie die ehemaligen Freiwilligen beim entwicklungspolitischen Engagement in Deutschland.

Freiwillige vorbereiten und begleiten

Die Entsendeorganisationen verantworten die pädagogische Begleitung, welche in Form von Bildungsmaßnahmen sowie in der Ausübung einer Fürsorgepflicht für die Freiwilligen erfolgt. Hierzu weisen die Entsendeorganisationen ein mit ihren Partnerorganisationen abgestimmtes, entwicklungspolitisch orientiertes, pädagogisches Begleitkonzept für den Freiwilligendienst weltwärts nach und setzen dieses gemeinsam mit ihren Partnerorganisation um. Das pädagogische Begleitkonzept umfasst die Vorbereitung, die Begleitung während der Dienstzeit im Ausland sowie die Nachbereitung. Die Durchführung erfolgt durch pädagogisch qualifiziertes Personal.

Inhalte der pädagogischen Begleitung

  • Einführung in die Lebens- und Arbeitsrealität im Gastland
  • Informationen zur Gesundheitsvorsorge und zum Gesundheitsschutz sowie zur Sicherheitslage im Land und bestehende Notfallpläne
  • gegebenenfalls vorbereitende und begleitende Sprachkurse
  • Behandlung entwicklungspolitischer Fragen
  • Inhalte, die das Globale Lernen fördern
  • Auseinandersetzung mit den Anforderungen und der eigenen Rolle im Freiwilligendienst
  • Auswertung, Verarbeitung und Reflexion von Erfahrungen während des Freiwilligendienstes
  • Information über Engagamentmöglichkeiten und Unterstützung der Rückkehrer und Rückkehrerinnen bei der Verbreitung ihrer Erfahrungen und
  • Vernetzung der Freiwilligen und ehemaligen Freiwilligen

Insgesamt umfassen die Bildungsmaßnahmen mindestens 25 verpflichtende Seminartage. Davon sind mindestens zwölf Tage für Orientierungs- und Vorbereitungstage, fünf Zwischenseminartage und fünf Tage für die Rückkehrseminare vorgesehen. Drei Tage können flexibel - ggfs. bis sechs Monate nach Rückkehr - eingesetzt werden. Von den zwölf Seminartagen zur Orientierung und Vorbereitung müssen mindestens sieben Seminartage vor Ausreise in Deutschland stattfinden. Sprachkurse können nicht auf die verpflichtenden Seminartage angerechnet werden.

Während des Einsatzes steht den Freiwilligen ein Mentor oder eine Mentorin zur Verfügung, an den oder die sie sich bei Problemen am Einsatzplatz oder im persönlichen Umfeld wenden können. Diese Person sollte nicht aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich der Freiwilligen stammen und gut erreichbar sein.

Aufenthaltsgenehmigung sichern

Die Entsendeorganisationen sind für die Beschaffung ausreichender Aufenthaltsgenehmigungen zuständig. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kann die Entsendeorganisationen bei der Beantragung der Visa durch die Ausstellung von Begleitschreiben unterstützen, welche bei den ausländischen Botschaften in Deutschland vorgelegt werden können. Darin wird bestätigt, dass es sich bei dem Aufenthalt um einen Freiwilligendienst im Rahmen des staatlich geförderten weltwärts-Programms handelt.

In vielen Ländern sieht das Verfahren vor, dass eine Einreise mit einem Einreisevisum stattfindet und die Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung vor Ort beantragt wird. Der Aufenthalt kann nicht ohne Beantragung des korrekten Aufenthaltstitels mit dem Einreise- oder Touristenvisum fortgeführt werden.

Für einige Länder, wie beispielsweise Peru oder Argentinien sind Verfahren durch die Abstimmung des Auswärtigen Amtes mit den Außenministerien der Länder vorgegeben. Diese sind unbedingt zu befolgen. Informationen hierzu erhalten Sie bei der Koordinierungsstelle weltwärts.

Ein Freiwilligendienst mit einem Touristenvisum ist im Rahmen des weltwärts-Programms nicht gestattet und kann zum Ausschluss der Entsendeorganisation führen.

Versicherungen abschließen

Die Entsendeorganisationen sind verpflichtet, die Freiwilligen für die Dauer ihres Freiwilligendienstes im Ausland zu versichern. Der Versicherungsschutz umfasst mindestens eine Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung inkl. Invalidität und Todesfall (Versicherungssumme 200.000 € mit 225 Prozent Progression), eine Haftpflicht- und Rücktransportversicherung.

Für die Aufrechterhaltung des Kranken- und Pflegeversicherungsschutzes im Inland sind die Freiwilligen selbst verantwortlich. Die Träger informieren die Freiwilligen über die versicherungsrechtliche Situation bis zum Abschluss einer Vereinbarung und unterstützen die Freiwilligen dabei, sich rechtzeitig um einen angemessenen Schutz im Inland zu kümmern.

Kosten übernehmen

Die Entsendeorganisationen stellen den Freiwilligen Unterkunft und Verpflegung während des Auslandseinsatzes sowie während der fachlich-pädagogischen Seminare. Sie übernehmen alle dienstbezogenen Reisekosten. Dazu zählen Fahrtkosten zu Seminaren, internationale Reisekosten bis zum Einsatzort sowie dienstbezogene Fahrtkosten im Gastland. Außerdem erhalten die Freiwilligen von den Entsendeorganisationen ein angemessenes Taschengeld von in der Regel 100 Euro monatlich.

Die Übernahme der Kosten für notwendige Visa und Reisekosten zu Auswahlseminaren ist den Organisationen freigestellt. Vermittlungsgebühren oder Aufwandsentschädigungen dürfen nicht erhoben werden.